Hebamme: Da sein, wenn alles beginnt
Shownotes
In der ersten Folge von Stille Helden spricht Gastgeberin Melanie Scharfe mit Hebamme Jule Wilke über einen Beruf, der oft unterschätzt wird und doch zu den bedeutendsten überhaupt gehört.
Jule begleitet Familien durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und erlebt dabei die schönsten, bewegendsten, aber auch schwersten Momente des Lebens. Sie erzählt von kleinen Wundern im Kreißsaal, emotionalen Herausforderungen, dem Umgang mit Verlust, den Grenzen des Gesundheitssystems und warum Hebammen weit mehr sind als „die Frau, die Babys auf die Welt bringt“.
Eine ehrliche, berührende und inspirierende Folge über Verantwortung, Menschlichkeit und einen Beruf, der jeden Tag Leben verändert.
Stille Helden ist ein Podcast der Mediengruppe Kreiszeitung. Produktion dieser Folge: Melanie Scharfe. Feedback und Anregungen gerne an podcast@kreiszeitung.de.
Impressum: https://www.mediengruppe-kreiszeitung.de
Transkript anzeigen
00:00:00: Stille Helden, der im K-Podcast über Alltagshelden.
00:00:15: Hallo und herzlich willkommen zur allerersten Podcastfolge Stille Helden.
00:00:20: Das Ganze ist im Videoformat aufgezeichnet, ich habe mir dafür ganz tolle Gäste eingeladen.
00:00:25: Unter anderem heute ist die liebe Jule Wilke bei mir!
00:00:29: Die hat dreieinhalb Jahre studiert um Hebamme zu werden und das ist tatsächlich ein super spannendes Thema.
00:00:35: und deswegen bist du bei mir weil Du meine Stille Heldin heute bist.
00:00:39: Vielen Dank für die Einladung!
00:00:40: Sehr gerne
00:00:41: sehr gerne wenn Du Deinen Job in einem Satz beschreiben müsstest Welchen würdest du sagen?
00:00:48: Hebamme ist ein sehr, ja eigentlich tausend Berufe in einem und einen Beruf der an dem einschneidenden und prägendsten Moment des Lebens eingreifen kann.
00:01:01: Das ist wirklich Wahnsinn!
00:01:02: Warum wolltest du denn damals Hebammer werden?
00:01:05: Die meisten denken immer, ich wollte Heberme werden weil ich Babys so süß finde.
00:01:11: Natürlich finde ich Babies auch ganz süß aber mit denen habe ich tatsächlich am allerwenigsten zu tun.
00:01:17: Ich bin Heberma geworden welch schon immer eine Faszination für Familie und Eltern werden hatte Für Schwangerschaft.
00:01:28: Die medizinische Seite des Berufs ist sehr interessant, fand und da bin ich irgendwie auf den Beruf Heberme gekommen.
00:01:34: Und der hat so alles vereint was ich für mich wichtig finde und worin nicht aufgehen kann.
00:01:39: So ist die Entscheidung dahin gegangen.
00:01:42: Das ist richtig schön!
00:01:42: Du hast mir gerade meine nächste Frage schon
00:01:44: vorweggenommen.
00:01:46: Was hast du manchmal oder ja hast du das Gefühl einfach Zeugen eines kleinen Wunders zu werden?
00:01:53: Ja
00:01:54: jeden einzelnen Tag den ich im Kreis habe und eine Geburt begleiten darf ist es ein Wunder und das wird auch nicht weniger.
00:02:00: Und ich glaube, dass wäre auch nicht gut wenns weniger normal oder wenn's normaler werden würde.
00:02:05: Also natürlich begleitet man unzählige Geburten, unzählt Schwangerschaften, unzählige Wochenbetten aber es wird nie normal.
00:02:12: Es bleibt immer besonders!
00:02:14: Du bist ja nun wirklich bei einem intim prägendem Moment bei den Menschen dabei.
00:02:20: was macht das mit dir?
00:02:22: Viel Also.
00:02:24: natürlich muss man immer eine professionelle Distanz waren, auch tatsächlich ehrlich gesagt so ein bisschen Selbstschutz.
00:02:31: Die höchsten Hochs und die tiefsten Tiefs liegen ja sehr nah beieinander aber man muss auch ein bisschen auf sich aufpassen um nicht seine ganze emotionale Kraft und Kapazität da irgendwie zu lassen.
00:02:44: Aber mich erfüllt es einfach.
00:02:46: also ich kann's gar nicht anders beschreiben.
00:02:49: mir fehlen auch manchmal die Worte.
00:02:52: Also im Kreißsal, ich sage immer es gibt keinen Ort auf der Welt wo Himmel und Erde näher beieinander liegen als im Kreissal.
00:02:59: Und das beschreibt eigentlich am besten weil das einfach... Ja, so erfüllend ist.
00:03:04: Aber ja bestimmt auch ein bisschen himmelt und Hölle oder?
00:03:06: Auch das
00:03:08: muss man ja leider so sagen.
00:03:09: Total!
00:03:10: Aber wir
00:03:10: gehen so ein kleines bisschen näher auf deinen Alltag ein.
00:03:13: Wir haben hier schon einen Termin vereinbart die du leider kurzfristig absagen musstest.
00:03:17: deswegen wie unberechenbar es dein Alltag eigentlich.
00:03:20: unfassbar also bei mir ist ja noch besonders kompliziert weil ich ja quasi Drei Hebammenberufe gleichzeitig mache, also der Hebammen beruf ist ja ultra flexibel.
00:03:30: Also wir können ja in tausend verschiedenen Arbeitsbereichen arbeiten und ich arbeite ja im Kreißsaal bin parallel noch selbstständig mit Schwangerschafts- und Wochenbettbetreuung und gebe auch noch Geburtsvorbereitungskurse Und die drei Dinge zusammen sind natürlich eine Explosion an Unflexibilität.
00:03:48: aber genau dementsprechend
00:03:50: Hast du dann eigentlich nur Freizeit?
00:03:53: Wenig.
00:03:54: Nein, also natürlich habe ich auch eine Freizeit und ich hab tolle Kolleginnen mit denen ich mich auch gegenseitig vertrete in der Wochenbettbetreuung und in der Schwangerschaftsvorsorge.
00:04:03: aber besonders halt die Wochenbetten sind halt unberechenbar.
00:04:06: Also wenn das Kind dann zur Welt kommt und zwei Tage später oder manchmal noch am selben Tag der Geburt darf ich zu den Familien nach Hause kommen Das ist halt ja wie Rufbereitschaft in dem Sinne.
00:04:16: Und genau den einen Termin mussten wir wegen eines Kreisdienstes absagen Schichtdienst an sich ist ja schon eine Aufgabe, und dann die Schichten an sich auch nochmal.
00:04:30: Und wie nah begleitest du die Familien
00:04:32: so?
00:04:32: Sehr nahe!
00:04:34: Es ist leider so, dass unser Gesundheitssystem es nicht hergibt bzw.
00:04:40: sehr unflexibel hergib, das wir dieselben Familien von Anfang bis Ende betreuen.
00:04:44: Das gibt's auch, das sind sogenannte Beleghebammen.
00:04:48: Da ist aber leider durch den neuen Hebammen Hilfe vertragen wird uns... Da werden uns ganz schön viele Steine in den Weg gelegt.
00:04:54: Das bedeutet, die Frauen, die im Wochenbett betreuen, die kann ich natürlich auch schon unter Schwangerschaft und begleite ich auch durch Vorsorge.
00:05:01: Aber die Familien, die ich im Kreiser unter der Geburt betreue, die lerne ich erst im Kreis erkennen.
00:05:07: Also wenn ich Glück habe oder ... der Zufall zulässt, habe ich sie in der Geburtsanmeldung schon mal gesehen oder beim Infoabend in unserem Kreishaal.
00:05:15: Aber ansonsten ist das halt ja wie im Schichtdienst auch.
00:05:18: meine acht Stunden betreue ich Sie dann gebe ich an den nächsten Dienst ab und fahre nach Hause.
00:05:22: Das ist leider auch nicht das was wir Hebammen uns wünschen.
00:05:25: Wir Hebammen wünscht uns auch dass wir eine kontinuierliche Betreuung mit denselben Familien haben weil wir einfach ja das der Ansatz ist den wir auch verfolgen möchten einfach ganzheitlich betreuen Für die Frauen viel schöner ist, wenn sie jemanden vor sich haben, den Sie schon Wochen, Monate lang kennen.
00:05:42: Aber genau dieses Belegsystem ist leider sehr unattraktiv, sag ich mal.
00:05:48: Verstehe ich so gar nicht!
00:05:49: Weil letztendlich ist das ja wirklich der Optimalfall-Kenne.
00:05:52: Also ich bin schwanger und lerne meine Hebamme kennen.
00:05:55: Ich baue Vertrauen auf.
00:05:57: Man versteht sich gut es wird alles zusammen vorbereitet man geht so Hand in Hand durch die Schwangerschaft Und dann möchte ich ja eigentlich auch,
00:06:03: dass
00:06:04: die Person es da mit mir zusammen beendet.
00:06:06: Genau!
00:06:06: Also das bei der Geburt dabei ist... also wie gesagt im Wochenbett sind wir wieder die Hebammen, die sie in der Schwangerschaft kannten.
00:06:12: Aber bei der Geburte ist es in den meisten deutschen Kliniken so, dass dort fremde Hebammen sind, die vorher nicht kannte.
00:06:19: Das ist ja heftig.
00:06:20: Leider, leider ist das ein Ansatz der vom Gesundheitssystem nicht sehr gut verfolgt wird.
00:06:27: Das ist eigentlich auch so ein Ding was viele Leute hinter den Kulissen gar nicht wissen.
00:06:30: also ich habe es bis jetzt gerade gar nicht gewusst.
00:06:33: Gibt es da noch andere Dinge die so hinter den kulissen passieren wovon die leute gar nichts wissen?
00:06:38: Also wie gesagt, der Hebammenberuf ist sehr unfassbar flexibel.
00:06:42: Wir können ja von bis arbeiten!
00:06:43: Wir können von einer Krankenkasse angestellt werden im Büro, wir können im Schulsystem arbeiten und Sexualkundeunterricht geben.
00:06:51: Wir arbeiten in der Schwangerschaftsvorsorge frei beruflich oder in gynäkologischen Praxen, arbeiten im Kreißsaal auf der Wochenbettstation machen, Wochenbetreuung, Rückbildungskurse, Yoga wenn man noch eine Weiterbildung hat.
00:07:03: also... Von Biss ist da alles möglich.
00:07:06: Das ist
00:07:06: ja Wahnsinn!
00:07:07: Also ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es so ein vielschichtiger Buch ist.
00:07:10: Das bin ich ehrlich zu dir das ist ja wahnsinn.
00:07:13: Wir gehen mal so'n kleines bisschen in... Ja in so emotionalere Themen weil du hast einen super emotionalen Bruder und das trinkt er mit sich und da möchte ich mal so ein klein bisschen mehr drauf eingehen.
00:07:25: Gibt es Geburten oder Momente die du absolut nie vergessen wirst?
00:07:28: Ja
00:07:29: also hundertprozent.
00:07:30: also Geburt ist immer besonders, aber natürlich gibt es ganz besondere Momente, Familienkonstellationen die einen für immer im Hinterkopf bleiben.
00:07:41: Wie gesagt, die höchsten Hochs und die tiefsten Tiefs liegen oft nah beieinander.
00:07:46: Und das ist irgendwie was, was immer am Hinterkopp bleibt.
00:07:49: Aber auch Betreuung in der Schwangerschaft und Wochenbett sind natürlich sehr prägsam und auf Dinge, die mir sehr im Hinterköpf bleiben, sind nicht immer die Geburten sondern auch oft alles so drum herum.
00:08:03: Magst du oder kannst du uns ein Beispiel nennen zum Beispiel?
00:08:07: Also es ist ja nicht immer alles, so einen Satz den ich wirklich tausendmal sage.
00:08:13: Es ist nicht mal alles wie in den amerikanischen Sitcoms und das Kind kommt auf die Welt und alle fangen an zu weinen.
00:08:19: also dass da ein Mensch geboren wird, das kannt unser menschliches Gehirn gar nicht verarbeiten und oft kommt es hinterher.
00:08:25: Und ich hatte mal eine Geburt, da habe ich dann der Familie diese Glückwunschkarte, dieses Standardmäßige überreicht mit Fußabdrückchen und Foto etc.
00:08:36: und in dem Moment hat man wirklich so ... den Eltern angesehen, wie sie verstanden haben oder so ein bisschen mehr verstanden habe was dort vor kurzem passiert ist und dass die Eltern geworden sind.
00:08:47: Und das hat mich irgendwie so... Das war auch im Studium noch, es hat mich so geprägt und so beeindruckt.
00:08:53: Das ist der Moment der sehr immer noch mit mir geht und mit mir schwebt und dann sind's ja auch oft die sehr prägenen Momente immer mit, mich mit begleiten.
00:09:07: Also späte Fehlgeburt und Todgeburten sind natürlich etwas was auch zu meinem Alltag gehört und was ich genauso empathisch und ja mit allem was ich habe begleite und genau so einen Platz haben in meinen Beruf und bei uns im Kreisseil.
00:09:24: und das sind natürlich Momente die nicht quasi ja nicht mit so viel Glückshormon besetzt sind aber natürlich auch Adjektiv ist ein bisschen schwierig, aber natürlich schön sein können oder schön sind.
00:09:39: Und das ist natürlich was, was mir sehr nah ans Herz geht.
00:09:43: Wie geht man mit so emotional belastenden Sachen um?
00:09:46: Weil du bist ja jeden Tag damit konfrontiert.
00:09:48: Ist man dann irgendwann so ein kleines bisschen ... Ja, wieso meinen Sagen?
00:09:53: Auf Deutsch würde ich sagen
00:09:54: abgefragt?
00:09:55: Ja, genau, abgestumpft!
00:09:58: Da muss man halt wirklich... Was ich vorhin meinte, muss man wirklich aufpassen und es ist Schlecht, wenn es normal werden würde.
00:10:05: Natürlich braucht man so ein bisschen Selbstschutz was ich für ihn auch schon meinte und dann einfach nicht selber ja sich... dass man selber auflöst, ich beschreibe es immer so.
00:10:14: Man lässt von sich selber und seiner Emotion so viel da muss man wirklich aufpassen.
00:10:19: also mir persönlich hilft da ganz viel reden tatsächlich auch mit meinen Kolleginnen weil ich rede auch mit meine Freundinnen natürlich viel drüber.
00:10:27: aber ist das was anderes wenn man mit Menschen darüber spricht die das selber schon erlebt haben und wissen worüber ich spreche.
00:10:33: Und bei mir war tatsächlich ein Game-Changer.
00:10:35: Ich fahre mit Fahrrad zur Arbeit und der Weg hin, zurück.
00:10:40: Das ist für mich so der Moment, wo ich im Kopf alles durchgehen kann.
00:10:44: Und irgendwie das, was ich erlebt habe aus dem Körperstrampel ... Wenn ich zu Hause bin, dann ist es auch okay für mich.
00:10:52: Dann hab ich's meistens für mich verarbeitet.
00:10:55: Dass das ein guter Umgang, den ich damit gefunden habe.
00:10:57: Dann mach ich zuhause die Tür auf und bin erst mal... Genau, den Kreis da hinter mir gelassen.
00:11:02: Also so weit man das hinter sich lassen kann.
00:11:05: Ja, das stelle ich mir wie gesagt super superschwierig vor eben weil es alles so dicht beieinander liegt und ja diese Themennummer nicht immer schön sind.
00:11:15: Gibt es Momente in dem du total Angst hattest?
00:11:19: So vielleicht beim ersten Mal
00:11:20: bei der Exzellenruhe?
00:11:22: Angst vielleicht nicht, aber das Studium war schon sehr von viel Respekt begleitet.
00:11:28: Respekt vor allem was da passiert.
00:11:30: also es ist ja so eine Urkraft die einen da begegnet bei der Geburt und auch natürlich in der Schwangerschaft oder Wochenbett Ja, krass einfach!
00:11:41: Und natürlich auch wir sind ja wirklich medizinisches Fachpersonal.
00:11:45: Wir sind die Fachpersonen für die Physiologie und also gesetzlich ist es ja so dass bei jeder Geburt eine Hebamme anwesend sein muss.
00:11:55: Ein Arzt oder Ärzte muss gar nicht anwesend sein, nur wenn wir in die Pathologie alles was vom Weg abweichtabrutschen.
00:12:04: Ich versuche immer das es mich nicht mit Angst erfüllt aber sehr viel Respekt weil die Verantwortung die man da trägt wirklich unfassbar ist.
00:12:15: Also davor habe ich für dir auch einen riesen Respekt dass du das
00:12:18: wirklich so durchfällst.
00:12:19: Danke
00:12:20: und ... Wie geht man denn eigentlich damit und wenn die Geschichte nicht so ein glückliches Ende nimmt, wie man sich das gewünscht hätte?
00:12:28: Ich nenne da mal ein kleines Beispiel.
00:12:30: Als ich geboren wurde hatte ich meine Nabelschnurz zweimal um den Hals gewickelt.
00:12:34: Das ist natürlich nicht so cool!
00:12:35: Und
00:12:36: da war der normale Weg nicht mehr möglich sondern ich musste per Kaiserschaft geholt werden.
00:12:41: Wie geht mir mit sowas um?
00:12:42: also... Ich stelle mir das einfach so wahnsinnig schwierig vor.
00:12:45: Die Mutter natürlich total panisch wahrscheinlich in dem Moment, man selber muss aber versuchen dann die Uhe zu bewahren.
00:12:51: Ja also wir sind wirklich in so Geburt zur Läufen egal ob es jetzt eine vaginale Geburt wird oder ein Kaiserschnitt wird Wir sind der Fels in der Brandung.
00:13:00: und als ich meinen Freunden meine Familie vor fünf Jahren erzählt habe ja ich möchte wohl Hebamme werden wann alle so
00:13:06: du
00:13:06: Jule war ich bin schon sehr Am Flippen immer und aufgewerkt, aber im Kreise bin ich wirklich ein anderer Mensch.
00:13:13: Also da bin ich die Ruhe selbst und das was du beschrieben hast in solchen Situationen ist auch das das Wichtigste.
00:13:21: Und dann ist es natürlich wichtig der Mutter auch ja Ein Gefühl davon zu geben dass sie alles richtig gemacht hat.
00:13:28: also solche Geburtsverläufe sind Ja nichts was man sich aussucht und Es ist ja genau so eine Geburt ob Ich jetzt einen Kaiserschnitt habe oder vaginal gebäre.
00:13:37: Genau so eine Geburt.
00:13:39: Und das ist mir immer ganz wichtig zu vermitteln und dann halt in Kommunikation mit der Frau und dem Paar zu sein, ja nichts unaufgeklärt durchzuführen natürlich.
00:13:48: also das ist unsere Aufgabe und das ist das Wichtigste in solchen Situationen dass wir die Ruhe bewahren und in Kommunication bleiben ja vermitteln, du hast alles richtig gemacht.
00:13:58: Es ist gut dass wir den Kaiserschnitt haben.
00:14:01: in solchen Situationen also vor vielen Jahrzehnten oder Jahrhunderten hatten wir den nicht.
00:14:06: da ist es noch ganz anders ausgegangen und das ist mir immer wichtig zu vermittelen.
00:14:10: und oft ist es auch so wie bei dir dann wahrscheinlich auch denn im Geburtsverlauf sehen wir irgendwie Das Kind hat Ultrastress.
00:14:17: Es ist jetzt irgendwie ein Zeitpunkt gekommen, wo das Kind auch keine Reserven mehr hat.
00:14:20: Jetzt entscheiden wir uns für den Kaiserschnitt und dann im Ultraschall können wir die Nabischen umschlingen, wo ja oft nicht so gut sehen.
00:14:27: Dann kommt das Kind per Kaiserschild auf die Welt und wir denken uns...
00:14:30: Ah!
00:14:31: Das
00:14:31: war der Grund?
00:14:32: Ja!
00:14:32: Und dann sehen mir die Kinder und sagen okay, gut dass du uns das gezeigt hast, gut, dass du es uns vermittelt hast.
00:14:37: Das ist immer so ein Aha-Moment.
00:14:39: Also
00:14:40: genau.
00:14:41: Wahnsinn.
00:14:42: Ich stelle mir das also ... Für die Frauen selber ist das schwierig, weil viele Frauen möchten ja einfach wirklich Vaginal gebären.
00:14:48: Weil es für sie irgendwie ... Weil das so ist?
00:14:52: Ja,
00:14:52: und weil
00:14:53: es auch
00:14:54: die wenigsten Risiken mit sich bringt tatsächlich.
00:14:56: Und auch fürs Kind die wenigstens Risik mit sich bringt.
00:14:59: Deshalb entscheiden wir uns natürlich nicht einfach so für den Kaiserschnitt sondern wie gesagt entweder im Geburtsverlauf oder auch schon in der Geburzplanung.
00:15:07: Da sind psychische Aspekte natürlich genauso Grund für einen geplanten Kaiserschritt.
00:15:11: Das ist mir immer ganz wichtig zu sagen da gibt's einfach wirklich Gründe... gegen eine vaginale Geburt sprechen und das Angst, Sorge und Respekt genauso ein Grund wie irgendeinen medizinischer Grund.
00:15:23: Und genau im Verlauf den Fall die wir gerade beschrieben haben ist es natürlich das Beste was wir haben dass wir's machen können, dass wir uns im verlauf dafür entscheiden können.
00:15:33: Diese spontanen Entscheidungen zu treffen stelle ich mir auch super schwierig vor.
00:15:36: aber bekommt man da irgendwie Routine?
00:15:40: Ja also ich glaube schon als Routine bezeichnen kann und wir arbeiten ja immer im Team.
00:15:47: Also da bin ich wirklich unfassbar dankbar für, ich habe im Kreis der wirklich ein großartiges Team auf das ich mich immer verlassen kann wo ich nie Sorge habe.
00:15:55: oh jetzt denken die schon wieder Jule fragt schon wieder irgendwas sondern auch die erfahrenste Hebamme sucht sich immer nochmal eine zweite Meinung.
00:16:01: wie halten immer rücksprachen miteinander?
00:16:04: In einer Art Routine gibt es glaube ich schon, aber nicht in dem Sinne dass wir immer etwas gleich machen sondern das natürlich verschiedenste Gründe öfter auftreten und wir dann sagen ja okay das ist dann schon etwas womit wir die und die Erfahrung gemacht haben.
00:16:17: Aber wie gesagt da immer ein Rücksprache gehen und im Team Entscheidungen treffen auch mit den Ärzten was dann entscheidend ist
00:16:25: Wenn ihr Sachen mit den Ärzten und Ärztinnen abspricht, wo stößt das System in so an die Grenzen?
00:16:33: Also ich habe ja vorhin schon gesagt, dass es jetzt kein System versagt.
00:16:38: Aber wir Hebammen sind ja die Fachperson für die Physologie und die Ärzte haben natürlich neun Jahre nur oder... die meiste Zeit Pathologie, also das was schlecht läuft wie man dann reagieren muss studiert und dass ist total gut.
00:16:52: Also wir arbeiten bei uns im Kreis am Team wirklich großartig zusammen.
00:16:56: Wir haben halt beide unsere Sichtweisen das auch total richtig und es ist total wichtig und gut.
00:17:02: Es ist halt so, dass was man als Systemversagen oder als System Hindernis beschreiben könnte sind halt die Kapazitäten.
00:17:08: also Hebamseite und ärztliche Seite sind halt wirklich personell nicht gut besetzt im Kreise, bei uns im Kreiser geht's noch.
00:17:17: Aber auch die ärztliche Seite, die sind halt bei uns in Level drei aus auch noch in gynäkologischen Seiten eingesetzt.
00:17:24: also die müssen rennen von OP zu den Kreisen etc.
00:17:26: pp.
00:17:27: dann müssen ja beide Berufsgruppen unfassbar viel dokumentieren.
00:17:31: Also die Hälfte meiner Arbeitszeit sitze ich am PC und Dokumentiere melde das Kind an etc.
00:17:39: ppp Unfassbar viel schreiben.
00:17:42: Ganz wichtig, Eltern kriegen kurz nach der Geburt ja die Steuernummer erst.
00:17:45: Genau!
00:17:46: Das ist das Wichtigste
00:17:47: in Deutschland.
00:17:49: Fühlst du dich dann ausreichend unterstützt bei diesen Sachen oder denkst du so, nee ich wünsche mir mehr Unterstützung vom Gesundheitssystem oder vom Staat?
00:18:00: Also allgemein... Ja, merkt man.
00:18:03: Ist mir auch vorher schon bewusst gewesen als Frau aber jetzt in meinem Beruf wird mir das nochmal besonders klar dass Frauen und Kinder Gesundheit einfach bei uns im Gesundheitssystem unfassbar unterrepräsentiert ist.
00:18:13: also ich merk es wie gesagt im Kreisei wo es auch noch besonders merk ist in meiner selbstständigen Tätigkeit wenn nicht die Frauen in der Schwangerschaft oder Wochenbettbetreuung.
00:18:21: Also da fehlt's an allen Ecken und Enden Und es ist wirklich ja ein graus.
00:18:27: leider Und es wird leider auch nicht besser, habe ich das Gefühl.
00:18:30: Es wird eher schlechter.
00:18:31: also was wir da in Unterstützung bekommen ist wirklich ja mickrig und ja auch wir sind auch total unterrepräsentiert.
00:18:38: Also Prostata Krebs hat bei uns jetzt eine ganz neue Station bekommen, ist natürlich total wichtig und richtig aber unser Kreisall der fällt fast zusammen gefühlt.
00:18:49: Nein!
00:18:49: Wir haben einen tollen Kreis, aber das sind halt so Unterschiede die man dann erst mal sieht Schlimm.
00:18:56: Und genau deswegen wollte ich dich bei mir haben als Stelle Haydn,
00:18:59: weil
00:18:59: wir sind ja auch ein bisschen dafür da um für mehr Aufklärung zu sorgen und um einfach ja unterrepräsentierte Berufe und Heldinnen einfach ein bisschen mehr hervorzuheben.
00:19:08: Deswegen bist du bei mir und ich bin sehr glücklich dass du auf zugesagt hast.
00:19:11: Ja!
00:19:12: Ich bin dankbar für die Chance.
00:19:13: Das
00:19:13: ist sehr gerne.
00:19:14: Jule Du hast uns ja auch einen Gegenstand mitgebracht.
00:19:16: habe ich dich darum gebeten?
00:19:18: Zeig mal was hast du uns mitgebrach?
00:19:19: Spannungen...ich habe ein Pinarrohr dabei.
00:19:24: Damit hören wir Hebammen oder auch alle anderen, die möchten ... Die Herztöne vom Kind.
00:19:29: Also man kann Herztöhne natürlich auch per Ultraschall, Perdopton, Perstidoskop etc.
00:19:34: pp hören und das ist einfach so ein alter ... Oder was heißt alter Gegenstand?
00:19:39: Aber so ein traditioneller Gegenstand womit schon immer bevor es Ultrascher etc.
00:19:43: alles gab.
00:19:44: Die Herzthöne quasi am Bauch gehört wurden.
00:19:47: Und das habe ich mitgebracht um einfach zu zeigen ja was Hebamme oder der Beruf der Hebammer auch einfach führen für ein alter traditioneller Beruf ist, also es gibt ja fast keinen älteren Beruf als uns und da steckt einfach so viel drin.
00:20:03: Handwerk an sich auch, also wir machen einfach unfassbar viel mit den Händen und das finde ich ein ganz schönes Symbol dafür.
00:20:10: Das wird einfach auf dem Bauch
00:20:11: gelegt?
00:20:12: Genau!
00:20:12: Und dann hörst du die Herztöne?
00:20:13: Richtig,
00:20:14: es klingt so als würden wir jetzt in Hamburg... Also wir sind ja hier in der Nähe von Bremen, während die Herz tönen in Hamburg, also die klingen so ganz weit weg.
00:20:22: aber ich find's halt auch so interessant und ich lasse auch ganz oft die Begleitpersonen, die Geschwister
00:20:26: hören
00:20:27: weil das einfach ja direkt oder direkte Ableitung ist.
00:20:30: Wir hören da wirklich den direkten Herzschlag nur halt lauter in dem Sinne.
00:20:38: Und bei diesen elektronischen Ableitungen ist es ja quasi übersetzt, also das ist nicht der originale Herzschlag und hier ist wirklich der originale Herz- schlag vom Kind... Das hätte mich
00:20:48: auch faszinieren für die Eltern.
00:20:50: Oder für die Begleitenden, kleine Geschwister vielleicht große Geschwisters meinte ich und für dies ist das doch sicherlich auch total bewegend oder?
00:20:57: Hundert Prozent!
00:20:58: Es ist tatsächlich eher schwer zu hören.
00:21:00: aber wenn es dann gehört wird dass immer so ein Schlüsselmoment hat.
00:21:05: Ja total.
00:21:06: Ach wie siehst du genau.
00:21:08: Das Pinarrohr Gibt
00:21:10: es denn eigentlich eine Seite deines Berufs über die vier Zusäten gesprochen wird also klar die Dinge, die wir eben schon besprochen haben.
00:21:16: Aber gibt es da noch was wo du sagst ey komm das müssen die Leute da draußen unbedingt wissen?
00:21:21: Also da kann ich voll gut an den Punkt vorher ansetzen.
00:21:23: also wehebam das wissen halt auch viele nicht.
00:21:28: Viele verbinden heber mit Geburt und vielleicht noch mit Wochenbett also mit der Zeit nach der Geburt dass man dann täglich nach Hause kommt.
00:21:34: aber wehebab sind tatsächlich Experten für die gesamte Zeit von Kinderwunsch bis Stillzeit bzw.
00:21:43: Beikost, also wir können schon bei Kinderwunscht beraten dann sind wir in der Schwangerschaft die ganze Zeit oder können die ganze zeit da sein natürlich bei der Geburt wochenbärzt stillzeit beikost aber besonders die zeit in der schwangerschaft das wissen ganz viele nicht dass wir da auch schon ja präsent sein können als wir können genauso wie die gynecologin vorsorgen durchführen wir können blutendern machen alles.
00:22:06: das einzige was wir noch noch nicht können, ist Ultraschall.
00:22:09: Also die drei großen Ultraschelle, die in der Schwangerschaft empfohlen sind, müssen natürlich weiter bei dem Gynäkologen gemacht werden.
00:22:17: Aber ansonsten können wir jede Vorsorge machen, die ja zunächst alle vier Wochen dann alle zwei Wochen stattfindet und natürlich immer alles in Absprache mit der zuständigen Ärzte, mit dem zuständige Arzt.
00:22:27: aber da arbeiten Ganz oft super zusammen, weil wir uns da einfach super ergänzen.
00:22:32: Also das ist was, was mir total wichtig ist, dass wir da schon eingreifen können ja auch meistens ein bisschen mehr Zeit mitbringen als in der Praxis und auch zu den Frauen, zu den Familien nach Hause kommen können.
00:22:44: Ja und dieser... Ich habe da auch meine Bachelor-Wertur geschrieben, deshalb bin ich auch noch ein bisschen vorengenehm wahrscheinlich!
00:22:49: Aber dass wir so präventiv und aufklärend ansetzen können.
00:22:53: Also es gibt ja keinen essentiellen oder pregeneren Zeitpunkt als Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett.
00:22:59: Und wenn wir da einfach gut arbeiten, wenn wir dort gut aufklären und präventiv arbeiten beeinflusst das die Gesundheit der Frau, die Gesundkeit des Kindes und damit die Gesundzeit der gesamten Familie und damit unsere Gesundheit unserer gesamten Gesellschaft.
00:23:13: Natürlich sind wir Hebam nicht die einzige Berufsgruppe, die da so einen Schlüsselfaktor hat aber wir sind ein Schlüsselpunkt!
00:23:19: Wir können da eingreifen und wir können dafür sorgen Gesamtgesellschaftlich, einfach eine Verbesserung.
00:23:25: Da ist der Gesundheit und es kann man mittlerweile sogar schon bezahlen belegen.
00:23:29: Kann man auch den Krankenkassen zusenden?
00:23:30: Das das auch einen finanziellen Pluspunkt hat.
00:23:33: also wir können so vielen Krankheiten vorbeugen wenn wir einfach aus Hever am Seite gut präventiv arbeiten und die nachher dann die Krankenkasse nicht bezahlen muss.
00:23:40: Also Es wäre eine so
00:23:43: große
00:23:43: Win-Win Situation.
00:23:44: ja Deshalb ja ich rede mich doch mal ein bisschen rasch weil ich denke es liegt doch vor uns Leute warum nicht?
00:23:51: Ja, das ist ein bisschen schwierig.
00:23:52: Das kann ich mir vorstellen vor allem.
00:23:54: Letztendlich wenn ihr, also wir Hebammen und die Gynäkologinnen einfach ein gutes Zusammenspiel haben, das entlastet ja auch beide.
00:24:00: Richtig!
00:24:00: Für beide ist es sich dann wirklich entspannter und schöner zu arbeiten.
00:24:03: Hundert
00:24:03: Prozent!
00:24:04: Also
00:24:05: genau...
00:24:06: Es könnte alles so einfach sein ne?
00:24:08: Richtig richtig!
00:24:14: Manchmal sind es nicht die lautesten Geschichte, die uns am meisten bewegen sondern die von Menschen, die jeden Tag ihren Weg gehen Mit Mut, mit Leidenschaft.
00:24:22: Mit dem Wunsch dazu zu gehören und etwas zu bewirken.
00:24:25: Genau dafür stehen die Delme Werkstätten.
00:24:29: Hier finden Menschen mit Behinderung nicht nur Arbeit und Bildung sondern auch Gemeinschaft Unterstützung und die Chance ihre Stärken zu entfalten.
00:24:36: Tag für Tag entstehen dort Perspektiven Selbstvertrauen und Erfolgsgeschichten die oft im Verborgenen bleiben Und doch so viel bewegen.
00:24:43: Die Delme-Werkstättern glauben daran dass jeder Mensch Talente hat die es wert sind gesehen zu werden Denn wahre Helden stehen nicht immer am Rampenlicht.
00:24:51: Manchmal arbeiten sie einfach jeden Tag für mehr Inklusion und Teilhabe in dieser Welt.
00:24:55: Mehr Infos unter delme-wfbm.de.
00:25:11: Ein
00:25:22: Baby auf dem Arm.
00:25:27: und wenn ich es quasi entwickeln und der Mutter auf den Bauch gebe, ansonsten leite ich die Eltern an wie sie mit ihrem Kind umgehen.
00:25:34: Und ja... Ich halte keine Kinder!
00:25:37: Ich halta Frauen in ihrer vulnerabesten Lebensphase.
00:25:43: Das ist das was mir so viel zurück gibt dass ich so einen Job habe Bedeutsam ist und auch noch bedeutsamer und prägener sein kann, wenn wir noch bestimmte Schlüsselfaktoren umstellen.
00:25:56: Und das ist das, was mich jeden Tag motiviert, was mir jeden Tag wirklich mit dem Strahlen zur Arbeit schickt.
00:26:02: Wie gesagt, dass die Dankbarkeit der Familien natürlich auch etwas ist... mich, was mir unfassbar viel zurückgibt.
00:26:10: Egal welcher Geburtsverlauf, egal welche Geburt ob von einem liebenden oder toten Kind diese Dankbarkeit für die Begleitung, für dieses Dasein das ist...
00:26:21: Für das Auffangen wahrscheinlich auch?
00:26:22: Egal
00:26:23: an welchen
00:26:23: Situationen.
00:26:26: Du hast Anfangs gesagt dass dich so das Konzept Familie und so weiter interessiert hat.
00:26:32: Hat der Beruf
00:26:33: den du jetzt ausübst dein Blick
00:26:35: auf
00:26:35: die Familie geändert?
00:26:40: Also ich habe in meinem Berufsleben bisher einfach viele verschiedene Konzepte, viele verschiedene Ideen.
00:26:48: Viele verschiedene Ausführungen von Familie und von Eltern kennengelernt.
00:26:51: Das ist glaube ich etwas was sich verändert hat das man nicht immer... Dieses strikte Vater-Mutter-Kind, das hatte ich vorher auch nicht.
00:26:57: Aber dass es noch so tausend viel mehr Variablen gibt und das hat sich verändert und dass es total unterstützenswert ist.
00:27:04: Dass wir da in unserer Gesellschaft einfach viel zu verkopft und viel zu engständig sind und das einfach sich verändern muss.
00:27:13: Und was man natürlich auch Tausendmal gefragt wird, möchtest du überhaupt selber
00:27:16: noch Kinder?
00:27:18: Sag es,
00:27:18: ja oder?
00:27:19: Ja!
00:27:20: Ich finde Gebären so krass.
00:27:22: Ich finde das so heftig was Frauen da leisten und ja auf jeden Fall ich bin alles andere als abgestreckt eher noch motivierter dasselbe irgendwann mal leben zu dürfen nicht weil ich denke ich werde dadurch eine bessere Hebamme sondern einfach weil mich so dieses Gebär so krasser ist erleben möchte.
00:27:41: Ich meine,
00:27:41: es ist ja auch eine heftige Sache die uns da haben dann da passiert.
00:27:44: Richtig!
00:27:45: Also ich bin Kinderlos, keine Kinder, ich habe aber eine Katze.
00:27:47: damit bin ich glücklich.
00:27:49: Aber das ist ja wirklich ne Erfahrung da...
00:27:54: Ja deshalb also es geht mir gar nicht um natürlich auch um das Mutterseins, Elternseins.
00:27:59: aber dieses Das was mich einfach so fasziniert und was ich gerade beschrieben hab ist wirklich dieses Gebären an sich dass es wirklich unfassbar was wir Frauen der leisten ist unser Körper der leiste
00:28:09: Ja.
00:28:10: Und was vielen Leuten ja auch einfach nicht bewusst ist, oder?
00:28:12: Richtig!
00:28:12: Also viele denken so, ich habe ein Kind kriegen.
00:28:14: Genau.
00:28:14: Das macht sie mal eben schnell.
00:28:15: Ja das weiß ich überhaupt nicht.
00:28:18: Es ist ja ... Was wir da leisten und was Frauen da leisten ist also unfassbar.
00:28:24: Was war denn eigentlich der bewegende Satz den Eltern zu dir gesagt
00:28:27: haben?
00:28:29: Der bewegendste Satz... Also ich ähm ... Danke, nee ... Ich beende oder ich schließe meine Betreuung ganz oft ab, indem ich die Frau angucke und sage, ich bin richtig stolz auf dich.
00:28:41: Das ist super gemacht!
00:28:43: Und da habe ich jetzt schon eins, zwei Mal ... Die Rückmeldung bekommen so Jule.
00:28:48: Das hat mir noch nie jemand zu mir gesagt.
00:28:50: Egal was ich... Oder also nicht nur auf die Geburt bezogen.
00:28:53: Und das war schon etwas, was irgendwie ja... oder die berühmste Rückmeldung war, oder der berührendste Satz, der mir so begegnet ist.
00:29:00: Weil ich da so gemerkt hab, wow!
00:29:03: Und das ist ja hochaufrichtig von mir, in dem ich sage, ich bin richtig stolz auf dich und dass einfach nur noch jemanden noch nie erfahren hat ...
00:29:12: Ja, das ist eigentlich schon echt ein bisschen traurig.
00:29:14: Aber gut, wenn die Resonanz sehr, sehr gut ist, dann halt das bloß bei uns.
00:29:19: Es ist auch ehrlich gemeint, erst recht weitermachen.
00:29:23: Gibt es auch einen Moment, in dem du geweint hast?
00:29:25: Also so aus Freude, Erleichterung,
00:29:27: Trauer vielleicht auch.
00:29:29: Ja ich wein tatsächlich relativ häufig.
00:29:32: also mir ist auch schon im Studium oft mal die Rückmeldungen oder das mir oft begeht und so Julia jetzt reicht sich mal zusammen!
00:29:40: Aber ich finde, das macht uns ja menschlich.
00:29:43: Natürlich bin ich medizinisches Fachpersonal und war auch eine professionelle Distanz.
00:29:48: aber dass ich weine und dass sich das so mitfühle und miterlebe... Ich bin froh, dass ich mir das dabei behalten könnte im Studium.
00:29:56: Dass
00:29:57: ich immer noch Mensch bin und das immer noch so fühlen kann natürlich nicht immer.
00:30:02: also ich bin immer berührt und immer dabei.
00:30:07: Tränenvergieße, das ist tatsächlich dann oft bei solchen Momenten die nicht direkt unter Geburt passieren.
00:30:13: Nicht direkt beider Geburt sondern irgendwie im Anschluss im Gespräch bei der Übergabe der Urkunde oder der Glückwunschkarte.
00:30:21: in solchen Momenten ist es meistens.
00:30:23: Ja was kann ich mir gut vorstellen?
00:30:25: Es geht einem ja nochmal auf eine andere Art nahe.
00:30:27: Richtig!
00:30:28: Wenn du einen einzigen Moment aus den letzten Monaten deiner Berufserfahrung für immer festhalten könntest... Welcher wäre
00:30:35: das?!
00:30:37: Dann ist es tatsächlich die erste eigene durchgeführte Geburt.
00:30:42: Auch im Studium habe ich natürlich besonders zum Ende viel alleine und selbstständig gemacht, aber das war immer eine Hebamme im Backup, die ich fragen konnte.
00:30:51: Dieser Moment war angsteinflößend und stolz erfüllen zugleich als ich es dann erst einmal alleine gemacht hab.
00:30:56: Dann guckte man sich so um und war okay!
00:30:59: Ich bin jetzt wirklich alleine hier, mit der Frau und dem Partner vielleicht noch.
00:31:03: Also es ist wirklich ... ich
00:31:04: bin hier genau!
00:31:06: Aber im Nachhinein war's das Krasseste und so was ich mir gerne in einen Marmeladenglas packen würde weils zu schön war.
00:31:15: Weil man gemerkt hat so okay es hat sich gelohnt dass man die letzten dreieinhalb vier Jahre durchgezogen hat, dass man all den Schichtdienst und all die Klausuren, alle die Hausarbeiten irgendwie durchgezogen hat.
00:31:26: und dafür stehe ich jetzt hier.
00:31:29: Du bekommst schon fast langsam Richtung Englisch.
00:31:31: Wenn das fast ein bisschen schade, dann können wir noch eine Stunde weiterquatschen!
00:31:37: Die Frage ist ein bisschen länger, ich muss sie ablesen... Wenn das Kind das heute geboren wird, die in dreißig Jahren begegnen würde was würdest du ihm oder ihr gerne auf den Weg geben?
00:31:50: Ich nehme mal den Satz der bei uns auf dem Glückwunschkarten steht da steht drauf sei frech wild und wunderbar.
00:31:57: Das Leben ist kurz genug es Blöd genug, es passieren genug blöde Sachen und ich würde dem oder ich versuche das auch jeder Familie und jedem Kind dass sich auf die Welt begleiten darf mitzugeben.
00:32:07: Du hast jetzt ein ganzes Leben vor dir.
00:32:10: leb' und denke nicht daran was andere über dich denken und was andere sagen und was passiert.
00:32:14: Lebt dein Leben sehr frechwild und wunderbar und genau lebt.
00:32:20: Das ist schön!
00:32:21: Und jetzt habe ich nur noch eine Frage.
00:32:23: Die ist auch ein bisschen persönlich, also ganz persönlich eigentlich sogar.
00:32:26: Wir sind ja aber stiller Helden und ich möchte gerne von dir wissen wer es eigentlich dein persönlicher stiller hält?
00:32:33: Mein persönlicher Stiller Held ist glaube ich meine Mama.
00:32:36: Genau!
00:32:37: Also...
00:32:39: Ich glaube
00:32:40: ich wusste auch schon vorher was sie für uns geleistet hat natürlich in der Kindheit und Jugend.
00:32:44: da war ich übrigens nicht so ganz einfach.
00:32:46: Aber auch jetzt nochmal bezogen auf Schwangerschaft und Geburt blicke ich das glaube ich noch mal mit einem anderen Blick drauf.
00:32:55: Wie gesagt, ich wusste schon vorher wie doll sie uns liebt und was sie leistet und geleistet hat aber zu sehen Was was sie eigentlich am Anfang geleistelt hat und was die zehn Monate ertragen hat Und ja uns geht tragen hat und geboren hat.
00:33:10: Ja dafür ist und war und wird sie immer bleiben.
00:33:13: meine stelle helden oder auch ganz lauter
00:33:17: viel vielen dank du dir dass du bei uns warst bei stille helden.
00:33:19: du bist unsere allererste Folge unserer allererste Videopodcast-Folge.
00:33:24: In diesem Sinne noch mal vielen, vielen Dank und ich freue mich auf die nächste Folge um Verabschiede nicht für heute!
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